Was ist der Greenfield Ansatz?

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Nov. 24, 2025

Was ist der Greenfield Ansatz? – Modernisierung der IT-Landschaft von Grund auf

Wenn Unternehmen ihre IT-Landschaft modernisieren, stehen sie oft vor einer zentralen Frage: Sollen wir ganz neu starten (Greenfield) oder unser bestehendes System Schritt für Schritt modernisieren (Brownfield)? Im Folgenden erklären wir beide Ansätze verständlich, vergleichen sie direkt miteinander und zeigen, wann welcher Weg sinnvoll ist – speziell auch im SAP-Umfeld.

Beim Greenfield-Ansatz starten sie auf der sprichwörtlichen „grünen Wiese“: Es wird also eine komplett neue Systemlandschaft aufgebaut. Bestehende Altsysteme werden nicht übernommen, sondern Prozesse und Systeme von Grund auf neu gedacht und umgesetzt. Der Begriff kommt ursprünglich aus der Stadtplanung und beschreibt die Bebauung bisher ungenutzter Flächen. Übertragen auf die IT bedeutet das: keine technischen Altlasten, keine vererbten Fehler, keine veralteten Strukturen.

Typische Merkmale eines Greenfield-Projekts sind:

  • Keine/Wenige technische Abhängigkeiten von Altsystemen
  • Geschäftsprozesse können komplett neu gestaltet und optimiert werden
  • Aktuelle Technologiestandards werden von Anfang an genutzt
  • Klarer Schnitt zwischen alter und neuer Systemwelt

Der Greenfield und Brownfield-Ansatz im direkten Vergleich

Beide Ansätze verfolgen das gleiche Ziel, und zwar die Modernisierung der Systemlandschaft – wählen aber sehr unterschiedliche Wege dorthin.

Greenfield (Neustart auf der „grünen Wiese“):

  • In der Regel höhere Anfangsinvestition und längere Projektlaufzeiten
  • Flexibilität bei der Prozessgestaltung
  • Keine/Kaum Übernahme veralteter Strukturen
  • erfordert durchdachte Datenmigration und vollständige Neukonfiguration

Brownfield (Weiterentwicklung des bestehenden Systems):

  • Zumeist kürzere Implementierungszeiten, da auf bestehender Basis aufgebaut wird
  • Bewährte Prozesse und die komplette Datenhistorie bleiben erhalten
  • Technische Altlasten und deren Komplexität werden teilweise mitübernommen

Welche Strategie passt, hängt unter anderem ab von:

  • Dem Zustand der bestehenden Systemlandschaft
  • Dem Modernisierungsbedarf der Geschäftsprozesse
  • Den verfügbaren zeitlichen und personellen Ressourcen
  • Der strategischen Ausrichtung des Unternehmens

Was ist wichtig für ein erfolgreiches Greenfield-Projekt?

Ein Greenfield-Projekt bietet oftmals große Chancen – ist aber kein Selbstläufer. Weil kein fertiges Fundament aus dem Altsystem übernommen wird, müssen in der Regel viele, oder alle Prozesse bewusst neu aufgebaut werden.

Wichtige Erfolgsfaktoren für einen Greenfield-Ansatz sind oftmals:

  • Vollständige Aufnahme und Dokumentation der Ist-Prozesse vor dem Projektstart
  • Klare Entscheidungen, welche historischen Daten wirklich benötigt und migriert werden sollen
  • Enge Abstimmung zwischen IT- und Fachbereichen über zukünftige Arbeitsweisen
  • Realistische Zeitplanung
  • Professionelles Change Management

Fazit

Der Greenfield-Ansatz ermöglicht einen kompletten Neustart der Systemlandschaft ohne Legacy-Ballast. Er bietet eine hohe Gestaltungsfreiheit, die optimale Ausrichtung der Prozesse auf zukünftige Anforderungen und die Chance, veraltete Strukturen konsequent hinter sich zu lassen. Gleichzeitig bringt er aber meistens auch mehr Aufwand und längere Projektzeiten mit sich.

Unsere NEO-Experten können Sie zu Ihrem Greenfield-Projekt beraten – gemeinsam entwickeln wir eine Lösung, die sich an branchenüblichen Best Practices orientiert und perfekt auf Ihre Unternehmensziele abgestimmt ist.
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Ansprechpartner:

Steffen Bolenius

Steffen Bolenius

Head of Sales & Marketing

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